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Berlin
Die Goldenen Zwanziger

Die Lichter von Berlin
Ankündigung einer Revue



Valeska Gert:
Pose der eleganten Dame



Otto Dix: Anita Berber

SCHWARZE MODE
YAC CONCEPT GmbH
Westfälische Str. 30
10709 Berlin-Wilmersdorf

Öffnungszeiten
Mo.-Sa. 11.00-19.00 Uhr
oder nach Vereinbarung

Tel.:  030 890 445 68

Email:
info@schwarze-mode.de

SCHWARZE MODE
ist eine Trademark der
YAC CONCEPT GmbH

Berlin - Hauptstadt der Erotik

Otto Dix: Großstadt Triptychon 1927/28

 

SEXY CITY BERLIN

„Berlin ist arm aber sexy“ sagt der Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit.

Berlin  heute: Der Kit Kat Club, das Insomnia, das schwul-lesbische Straßenfest am Nollendorfplatz, der Christopher Street Day, das Erotik Theater „Kleine Nachtrevue“, Bars, Nachtclubs, Discos, Bordelle und und und.
Wie fing das alles an? Wie wurde Berlin zur Sexy City?
Berlin 1918
– die Soldaten kehren zurück in die Hauptstadt des deutschen Reiches, die Republik wird ausgerufen und die „Weimarer“ genant – Straßenkämpfe, Putschversuche, wirtschaftliche Not, politische Unruhen. Die wirtschaftliche Lage bessert sich ab 1923 nach Einführung der Rentenmark.
Geld ist vorhanden, die Menschen möchten sich amüsieren, das Leid und die Mühen des Krieges und der Nachkriegszeit vergessen. Der Zeitgeist ist günstig, nach dem Korsett des Kaiserreiches entwickeln sich Kunst und Kultur auf der Suche nach neuen Ideen und Idealen.

Der Berliner Westen wird neuer Mittelpunkt:, die Gegend um Kurfürstendamm, Tauentzien und Nollendorfplatz, dort leben, wirken und treffen sich die neuen Denker und Macher, hier flaniert die neue Frau mit Bubikopf-Frisur und Zigarettenspitze – der Tanz auf dem Vulkan beginnt.
Kinopaläste schießen aus dem Boden: der Film als Massenmedium. Deutschland produziert mehr Filme als das restliche Europa. Die Revuen, Nachtclubs, die Vergnügungspaläste und die Tanzschuppen des Berliner Nachtlebens: die Hauptstadt ist auch Nachts unterwegs.  
In Amerika die „roaring twenties“,  in Deutschland „die goldenen Zwanziger Jahre“

Skandal über Skandal: Die Nackttänzerinnen: wenige Namen sind geblieben: Anita Berber: ein kurzes Leben in Ekstase und Kokain, sie starb mit 29 Jahren, ein Grab ist nicht erhalten aber Otto Dix hat sie unsterblich gemacht: die Frau in Rot. Geblieben sind „Tänze des Lasters, des Grauens und der Ekstase“ besser kann man den Zeitgeist nicht beschreiben. Lola Bach, vielleicht war sie die erste, geblieben sind Polizei- und Gerichtsakten und wir wissen nicht wo und wann sie starb. Olga Desmond, ihre Monatsgage im Wintergarten sechstausend Reichmark, später schlägt sie sich bis zu ihrem Tode 1964 als Putzfrau durchs Leben...
Josephine Baker, geboren 1906 in St Louis, Missouri, vom „schwarzen Tanzgirl zur schwarzen Venus“ ist ihre Karriere. Am 14. Januar 1926 tritt sie im Nelson-Theater am Kurfürstendamm auf, nackt, nur bekleidet mit einem Röckchen aus Bananen. Ein Skandal mehr. Auftrittsverbote in Wien, Prag , Budapest und München. 1937 wird Josephine Baker französische Staatsbürgerin, arbeitet gegen Rassismus und unter der deutschen Besetzung in Frankreich für die Resistance, dafür geehrt mit der „Rosette der Legion d’honneur“. Sie tanzt und singt weiter um ihre 12 Adoptivkinder aus 12 Ländern zu versorgen, „j’ai deux amours“, ein Welthit. 1975 feiert sie mit der Show „Joséphine „ ihr fünfzigjähringes Bühnenjubiläum, wenige Tag danach stirbt sie und wird mit militärischen Ehren begraben, j’ai deux amours……

Bleiben wir in Berlin:  
1929 kommt Christopher Isherwood nach Berlin, arbeitet als Sprachlehrer und schreibt Bücher. Ab 1930 lebt er in der Nollendorfstrasse 17. 1933 verlässt er angesichts der drohenden Diktatur Berlin. Zwei seiner Bücher über diese Zeit: „Mr. Norris changes train“ und „Goodby Berlin“. 
Aus diesem Stoff wird ein Musical geschrieben und 1966 am Broadway aufgeführt: CABARET: erlebte Zeit kommt auf die Bühne: Cliff Bradshaw ein junger amerikanischer Schriftsteller reist nach Berlin. Er logiert in der Pension von Fräulein Schneider. Im KIT KAT Club lernt es Sally Bowles kennen die englische Starsängerin des Clubs der Nummerngirls. Auf der  Verlobungsfeier von Fräulein Schneider mit dem jüdischen Obsthändler Herrn Schultz trifft die kleinbürgerliche  Liebe mit dem neuen Zeitgeist der Nazis zusammen, die Verlobung platzt. Es wird dunkler in Deutschland, auch schon am Tage. Cliff will Deutschland verlassen, Sally träumt von großen Erfolgen und treibt das gemeinsame Kind ab. Cliff verlässt Deutschland, die Zurückbleibenden trauern vergangen Zeiten nach, blind vor der Zukunft.
Die Songs des Musicals und die Revuen des KIT KAT CLUB gehen um die Welt: ein Rückgriff auf  Musicals und Revuen der 20er Jahre: „Willkommen, bienvenue, welcom“ (willkommen in einer freien Welt), „Cabaret“, Two ladies“, „if you could see her through my eyes“ (eine unheimliche  Persiflage auf den menschenverachtenden Antisemitismus und Rassismus – mich schaudert immer, wenn ich es höre), „Heirat“ (ein Hohelied auf die liebenswerte, unschuldige Kleinbürgeridylle), „Tomorrow belongs to me“: ein verzweifeltes aber mutmachendes Lied auf die (schreckliche) Zukunft.
1972 wird da Stück, verfilmt, die Hauptrolle spielt Liza Minelli als Sally Bowles. Die ganze Welt sieht diesen Film über das Berlin Ende der 20er Jahre, ist Gast im KIT KAT CLUB, bekommt einen emotionalen Eindruck von der Zeit des beginnenden Untergangs Deutschlands. Weitere Songs kommen dazu: z.B. “Money makes the world go around….”
Der Film erhielt 8 Oscars.
Wann immer Sie eine Ankündigung zum Film oder zum Musical sehen, kaufen Sie Karten, man kann es nicht oft genug sehen, das letzte Mal war es im Spiegelzelt der Bar jeder Vernunft in Berlin.

Der KIT KAT CLUB in CABARET - er hat einen Namen in Berlin, damals einen anderen: Die Transvestitenbar ELDORADO, Kalckeuthstrasse Ecke Motzstrasse in Schöneberg, heute wie damals mitten im schwul-lesbischen Kiez, mit illüsteren Gästen: Marlene Dietrich, Claire Waldorf, Wilhelm Bendow, Erika und Klaus Mann und viele andere. Es war in, mann/frau mußte dagewesen sein. 
Bereits Ende Februar 1933 wurde es für immer geschlossen...........

 

 

 

 

 

 

ELDORADO 1932                                                           ELDORADO Februar 1933
(Bilder: Bildarchiv preußischer Kulturbesitz)

Meisterhaft emotional und doch sehr realistisch zeigt CABARET den langsamen, scheinbar unbedenklichen Aufstieg des Nationalsozialismus, den Niedergang von Kunst, Kultur und Moral. Die Saubermänner der Weimarer Republik unterstützen die brauen Horden Adolf Hitlers, am 30 Januar 1933 flackern in Deutschland die Lichter, bald gehen sie aus.  Kunst, Kultur, das Leben wird von der Diktatur verwaltet.

Die Nächte im Faschismus,
waren nicht lange amüsant. Das Kino wurde zum Propagandainstrument, Theater und Revuen kontrolliert. Der Krieg und die Bombennächte - das verging einem schon das Feiern. Ein Ausnahme gibt es als Widerstand gegen das Regime die Swingboys and -girls
Politisches Denken ist verboten, die Kabaretts verschwinden, die Revuen werden perfektioniert, der Film entartet zur leichten Volksbesänftigung, so toll die Songs, die Filme auch sind, bedenkt den ideologischen und moralischen Hintergrund auf dem sie entstanden sind. Am 22.9.1933 wird die Reichkulturkammer unter Leitung von Joseph Goebbels errichtet, die Emigration deutschen Künstler beginnt.

Die fünfziger Jahre
Am 8. Mai 1945 ein schreckliches Erwachen, der Frieden kehrt zurück in eine zerstörten Hauptstadt. 1948-1949 die Blockade Berlin, am 23. Mai 1949 wird die Bundesrepublik Deutschland, am 7. Oktober 1949 die DDR gegründet: Deutschland ist geteilt.

Westberlin ist eine einzigartig skurrile Schöpfung der Nachkriegspolitik. Durch die einstige Metropole Europas verläuft der Eiserne Vorhang, die Trennungslinien zwischen den hochgerüsteten Weltmächten, zementiert in einer Mauer seit dem 13. August 1961.

Berlin, damals arm und nicht gerade sexy. Westberlin eine Insel, ohne Hinterland, am wirtschaftlichen Tropf der Bundesrepublik, erwacht langsam zum Leben, der KuDamm wird wieder zur Flaniermeile der Stadt, die Mode, die Kunst, das Nachtleben, der Tanz auf einem ganz anderen Vulkan kehrt zurück, das Amüsement erwächst aus den Ruinen.

Die großen Revuetheater sind zerstört, das politische Kabarett lebt wieder auf.
Der AFN, (american forces networt) bringt Swing und Jazz zurück nach Berlin. Die Menschen sind beschäftigt mit den hinterlassenen Trümmern real und in den Köpfen. Der erste deutsche Nachkriegsfilm ist von 1946 „ die Mörder sind unter uns“ mit Hildegard Knef in der Hauptrolle.
Am 21.06.1948 wird in den Westzonen und Berlin die DM eingeführt, 40,00 DM für jeden.
Während der Berlinblockade vom 24.6.1948 bis 12. Mai 1949 wird Berlin über die Luftbrücke von den Alliierten aus der Luft versorgt. Am 9.9.1948 hält Ernst Reuter, Regierender Bürgermeister Berlins vor über 200.000 Menschen seine berühmte Rede: „Bürger der Welt schaut auf diese Stadt“
Und das Nachtleben? Die Menschen sind auch lange nach dem Krieg noch mit dem Überleben beschäftigt, schlechte Aussichten für das Nachtleben.
Aber: Berlin hat keine Sperrstunde

Eigentlich wollte ich nicht über die Zeit des Faschismus schreiben - aber es muß sein - der Kontinunität wegen. Gegen die Gleichschaltung der deutschen Jungend durch die Hitlerjugend gab es Widerstand, z.B. durch die organisierte "Bündische"-jugend aber auch unorganisiert z.B. durch die Swing-Kids, JUGENDKULTUR Im Dritten Reich. Die Swing Boys and GIrls, einfach nur Jugendliche, hauptsächlich aus dem Bürgertum wollten nur ihren Lebensstil leben, Ihre Musik, den Swing hören und tanzen und ihr Outfit, im englischen Stil. Sie gerieten schnell ins Visier der Behörden: Eine Anweisung Himmlers, Reichsführer SS und Chef der deutschen Polizei:„Meines Erachtens muß jetzt das ganze Übel radikal ausgerottet werden. Ich bin dagegen, daß wir hier nur halbe Maßnahmen treffen. Alle Rädelsführer...sind in ein Konzentrationslager einzuweisen...Der Aufenthalt im Konzentrationslager für diese Jugend muß ein längerer, 2-3 Jahre sein...Nur wenn wir brutal durchgreifen, werden wir ein gefährliches Umsichgreifen dieser anglophilen Tendenz in einer Zeit, in der Deutschland um seine Existenz kämpft, vermeiden können.“
Durch die brutale Verfolgung politisierten sich Teile dieser Bewegung, Verbindungen mit den Widerstandsgruppen der "Weißen Rose" in München und Hamburg, sowie der "Edelweißpiraten" im Ruhrgebiet sind nachweisbar.
Die Edelweißpiraten wurden 1984 in YAD VASHEM geehrte (namentlich Jens Jülich aus der Kölner Edelweißgruppe), und 2005 in Köln von offizieller Seite rehabilitiert und als Widerstandkämpfer anerkannt. (fällt mir dazu nur der BRECHT ein: "der Schoß ist fruchtbar noch aus dem das kroch..")
Es gibt keine Zahlen über ermordete und gefolterte Mitglieder dieser Gruppen und meines Wissens auch kein Mahnmal.........

.WARUM ist das zu erzählen? Weil es geht weiter nach 1945 in einer zerstörten Hauptstadt:

Und es ist in "West"-Berlin dem amerikanischen Sektor der Jazz, der zuerst wieder im Nachtleben auftaucht: 1948 wird in der Nürnberger Strasse, in der Nähe des Tauentzien die "BADEWANNE" eröffnet, von dem Jazzmusiker Helmut Brandt, das erste Jazzlokal der Nachkriegszeit. Berühmte Besucher und Aktivisten dieses Jazzkellers waren



 

in paar Berliner Daten:
1948 die Badewanne, das erste Berliner Jazzlokal an der Nürnberger Strasse„
1957 Der Eden Saloon, ab 1961 das Old Eden und das New Eden
1958 Das Chez Nous in der Marburger Strasse bis 2008
1966 Der Hamburger Unternehmer Bernhard Keese eröffnet in seinem Hamburger Vorbild das Cafe Keese
Die Kultur der Ballhäuser in Berlin
1974 Das Romy Haag
1978-1993 der Dschungel
Swing, Jazz, Rock n'roll, Jugendkultur nach 1945


 

 

 


 

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