CSD - Christopher Street Day
Die genaue Geschichte des Christopher Street Day lässt sich auf vielen Internetseiten nachlesen:
Wikipedia - www.csd-berlin.de / www.gay-web.de
Die Bar Stonewall Inn, ein Treffpunkt für Schwule und Lesben in New York, Greenwich Village in der Christopher Street wurde am 28. Juni 1969 wieder einmal von einer gewalttätigen Razzia der New Yorker Polizei heimgesucht. Diesmal wehrten sich die Homosexuellen, es kam zu tagelangen Straßenkämpfen.
Schon ein Jahr später wurde der Jahrestag dieses Aufstandes in New York mit einem Umzug gewürdigt.
Aus dem Christopher Street Day (CSD) ist seitdem ein internationaler Gedenktag geworden, mit Umzügen demonstrieren Schwule und Lesben auf der ganzen Welt gegen Diskriminierung und für ihre Rechte.
In Deutschland fanden die ersten CSD Paraden 1979 in Bremen und Berlin statt (Quelle Wikipedia)
Seitdem finden in allen größeren Städten in Deutschland über den ganzen Sommer verteilt CSD Umzüge stattl, der größte in Köln mit mittlerweile mehr Besuchern als der Rosenmontagsumzug. (2010: in Köln 750.000, in Berlin 600.000 in München 200.000 Besucher).
Natürlich sind diese Paraden inzwischen auch kommerzialisiert und von der Politik vereinnahmt worden, und nicht jeden Stadt hat einen schwulen Bürgermeister wie Berlin (Klaus Wowereit auf dem Sonderparteitag der SPD 2001, anlässlich seiner Nominierung als Kandidat für das Amt des Regierenden Bürgermeisters: „Ich bin schwul – und das ist auch gut so“ – es wurde inzwischen zum geflügelten Wort).
Die Lesben und Schwulen konnten in dieser Zeit einiges erreichen in Ihrem Kampf um Gleichstellung im täglichen Leben, aber es gibt noch viel zu tun.
Die Geschichte des § 175 des deutschen Strafgesetzbuchs zeigt dass wir immer noch am Anfang der Durchsetzung demokratischer Rechte stehen:
1872: der § 175 des Reichstrafgesetzbuchs stellt sexuelle Handlungen zwischen Personen männliches Geschlechts unter Strafe. 1935 verschärften die Nazis die Strafen, bis zu 10 Jahren Zuchthaus, oder sperrten Homosexuelle ab 1936 in KZs.
Der § 175 wurde in der Fassung von 1935 in das Strafgesetzbuch der Bundesrepublik übernommen und weiter Homosexuelle verfolgt und bestraft. Erst 1969 im Rahmen der Großen Koalition wurde der § 175 beschränkte auf Sex mit unter 21-jährigen, Prostitution und Ausnutzung von Abhängigkeitsverhältnissen. Nach weiteren Änderungen wurde der § 175 im Zuge der Rechtsangleichung der beiden deutschen Staaten 1994 gestrichen.
Erst am 17.5 (!) 2002 beschloss der Deutsche Bundestag gegen die Stimmen der CDU/CSU und FDP eine Ergänzung des NS-Aufhebungsgesetzes: damit wurden Urteile gegen Homosexuelle und Wehrmachts-Deserteure in der Zeit des Nationalsozialismus für nichtig erklärt. Ein CSU Politiker bezeichnete diese generelle Aufhebung als „Schande“.
Urteile die nach 1945 aufgrund des § 175 gefällt wurden sind davon nicht betroffen!
CSD 2010 in Berlin: Normal ist anders!
5 Punkte für ein besseres queeres Leben in Berlin! Ganz egal ob schwul, lesbisch, trans oder intersexuell. Unabhängig von Hautfarbe, Geschlecht, Gender, Herkunft, HIV Status oder sozialer Lage. Unsere Forderungen gelten für alle gleichermaßen:
1. Intersexuellen und trans Menschen muss ein selbst bestimmtes, diskriminierungsfreies Leben ermöglicht werden.
2. Queere Familien müssen rechtlich gleichgestellt und abgesichert werden.
3. Berlin brauch ein Aktionsprogramm für sexuelle Gesundheit
4. Die verfolgten Homosexuellen in Deutschland müssen moralisch und materiell rehabilitiert werden.
5. Respekt muss auf Gegenseitigkeit beruhen.
(QUEER: ebenso wie „schwul“ früher ein Schimpfwort im englischen Sprachbereich, bedeutet heute ganz allgemein ein Sammelbegriff für von heterosexuellen Lebens- und Moralvorstellungen abweichendes Verhalten in weitgehend sexuellen Bereich
GENDER: bezeichnet die soziale Geschlechtsrolle, Transgender ist die Aufhebung der genormten Verbindung zwischen Geschlecht und sozialer Darstellung)
Lesbisch-schwules Straßenfest: Berlin 12-13 Juni 2010
Veranstaltet vom Regenbogenfonds zum 18. Mal: Europas größtes Lesbisch-schwules Stadtfest im traditionellen Homo-Kiez am Nollendorfplatz in Schöneberg.
www.regenbogenfonds.de
Folsom Street Day: Berlin 4. September 2010
Eine open air Veranstaltung Ende September in der Folsom Street in San Fransisco Kalifornien, als Abschluss der Leather Pride Week – eine Veranstaltung der amerikanischen Leder- und Fetischszene, seit 1984. Heute mit mehr als 400.000 Besuchern.
In der Folge Veranstaltung in Kanada und Europa, seit 2004 auch in Berlin.
Es kam zum Skandal als 2005 der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit ein Grußwort schrieb, Wowereit wurde vorgeworfen er „verharmlose rassistische Vergewaltigungspornographie als Lebensfreude pur“ –„ das sei mit der Würde es Hohen Amtes nicht vereinbar“. Er lieferte Stoff für eine wochenlange Berichterstattung in der Springerpresse. Die Politik hat sich inzwischen mit der schwulen Bewegung angefreundet, sind schließlich auch Wähler kann aber noch nichts mit BDSM Anhängern aus der heterosexuellen und schwulen Szene anfangen, aber vielleicht ändert sich das auch noch……
Das Folsom Street Fest in Berlin findet zum 7. Mal am 4 September 2010 als größtes Leder- und Fetischevent im Schöneberger schwulen Szene Viertel (Fuggerstraße/Welserstrasse) statt.
Erwartet werden über 20.000 Besucher aus aller Welt
www.folsomeurope.com
„Mit dem Straßenfest verfolgenden die Veranstalter drei Ziele: die Stärkung innerhalb der Leder-Feitisch-Szene, der Schritt in die Öffentlichkeit zum Abbau von Vorurteilen sowie die Unterstützung gemeinnütziger Vereine und Organisationen in Europa, die sich der Betreuung und Pflege HIV-Positiver und an AIDS erkrankter Menschen angenommen haben.“
Die REGENBOGENFAHNE:
Ein sehr altes Symbol für Zukunft und Vielfalt. Die Farben des Regenbogens finden sich in der Nationalflagge des Inkareiches, in den Bauernkriegen waren Bundschuh und Regenbogenflagge Zeichen der neuen Zeit, in der Friedensbewegung (z.B. der PACE Bewegung) und als Flagge von Greenpeace.
Die Regenbogenfahne der lesbisch-schwulen Bewegung entwarf 1978 der amerikanische Künstler Gilbert Baker, getragen wurde sie zum ersten Mal 1978 bei der Beerdigung eins ermordeten schwulen Mitglieds des Stadtrates von San Fransisco.
Seitdem ist die Regenbogenfahne zum Symbol der lesbisch-schwulen Bewegung geworden.
1996 wurde die Regenbogenfahne erstmal auf öffentlichen Gebäuden in Berlin gehisst im Zusammenhang mit der Parade zum Christopher Street Day (Schöneberg, Tiergarten, Kreuzberg). Natürlich nicht ohne erheblichen Widerstand der etablierten Parteien. Jahrelang versuchte der damalige Berliner Innensenator Jörg Schönbohm unter Verweis auf die Berliner Flaggenordnung dies zu verhindern (der Berliner Flaggenkrieg).
Seit 2001 wird die Regenbogenfahne zum Christopher Street Day in Anwesenheit von Berlins Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit am Roten Rathhaus gehisst.